// Übeverträge - Markus Thaler - Trompeter & Dirigent
Übevertrag Allgemein

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen erläutern, wie Übeverträge inhaltlich aussehen können und wie Sie geeignete Vertragsinhalte finden.

Was ist ein Übevertrag?

Im ersten Schritt sollte Ihnen bewusst sein, dass ein Übevertrag ein Belohnungssystem darstellt und nicht als Druckmittel dient. Das heißt ein Vertrag regelt gewisse Abläufe und Dinge, so dass sich zwei Parteien auf einander verlassen können. Bei Verstößen gegen den Vertrag treten dann gewisse Konsequenzen ein. Bei Erfüllung der Vertragspunkte tritt eine Belohnung ein. Nur so kann ein Vertrag zur Motivation genutzt werden.

Die Vorarbeit

Um die passenden Vertragsinhalte zu finden, sollten Sie sich zunächst Gedanken darüber machen, was ihr Kind gerne in seiner Freizeit macht und für was es sich begeistern lässt. Ebenso hilft es mit Ihrem Kind zu reden, warum es denn momentan nicht so gerne übt, vielleicht kann man hier schon relativ leichte Schritte einleiten, welche die Übemotivation verbessern.

Beispiele grob umrissen

Wenn Sie sich mit der Situation Ihres Kindes eingehend befasst haben, könnten Übevertrage inhaltlich etwa so aussehen:

Der Übevertrag im Tagesablauf

Wenn ihr Kind 30 Minuten übt, darf es anschließend eine gewisse Zeit fernsehschauen oder computerspielen. Wird die Übezeit nicht erfüllt, fällt die Lieblingstätigkeit eben für heute aus.

Der Übevertrag im Wochenzyklus

Ebenso wäre ein Belohnungssystem über einen längeren Zeitraum denkbar. Etwa wenn das Kind in der Woche 200 Minuten übt, darf es eine Tätigkeit für das Wochenende auswählen: z. B. mit der Familie Skifahren, bei einem Freund oder Freundin übernachten, ein Ausflug mit der Familie, ein Spielenachmittag, Minigolfspielen, mit dem Pferd reiten, etc.
Hier ist es möglich eine Liste anzufertigen aus der der Schüler wählen, und welche auch nach und nach erweitert werden kann. Es kann auch jede Woche individuell ein "Wunsch erfüllt" werden, je nachdem was Ihr Kind derzeit für Vorlieben hat. Wichtig ist nur, dass die Belohnung im Voraus feststeht, sodass der Schüler eine Motivation hat zu üben. Im Nachhinein alles mögliche zu verbieten, was ihr Sprössling gerne machen würde, hat immer den Beigeschmack von Willkür für das Kind und ist nicht einschätzbar und dient demnach auch nicht der Übemotivation.

Sollte das Kind seiner Pflicht der 200 Minuten in der Woche nicht nachgekommen sein, könnte es für gewisse "nützliche" Aufgben in die Pflicht genommen werden wie bspw. Fensterputzen, Abspülen am Wochenende, Gartenarbeit, mit dem Hund spazieren gehen, oder Auto putzen etc. Auch Taschengeldkürzungen für diese Woche sind denkbar, schließlich dürfen sie ja auch die Unterrichtsstunden bezahlen. Oder gewisse Verbote für das Wochenende wie kein Fernsehen oder Computerspielen etc.

Seien Sie kreativ und vorallem berechenbar und gerecht! Also wäre es äußerst schade wenn der "erspielte" Ausflug platzt und in keiner Weise ersetzt wird nichts ist so schlimm wie für seine gebrachte Leistung, nicht die entsprechende Anerkennung zu bekommen. Außerdem ist jedes Kind anders gepolt und hat auch seine eigenen Vorlieben. Die Belohnung sollte daher schon etwas besonderes sein, eben etwas was ihrem Kind wirklich Freude bereitet; hingegen sollte die Sanktion auch etwas, was Ihr Kind nicht mit größter Freude macht, aber auch keine Aufgabe die nur dazu da ist ihr Kind zu ärgern. Überlegen Sie sich etwas nützliches was ruhig mit Arbeit verbunden ist.

Der Abgestufte Übevertrag

Sie können ihrem Kind auch mehrere Belohnungsstufen einrichten.

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Der Haken

Sie sehen die Übeverträge haben einen kleinen Haken. Es nützen die besten Vertragsinhalte nichts, wenn niemand die Vertragseinhaltung kontrolliert und keiner die Sanktionen und Belohnungen durchführt! Das bedeutet, dass sich die Eltern oder Erziehungsberechtigten eingehend mit dem Übeverhalten und dem Kind selbst auseinandersetzen müssen, sonst klappt diese Strategie nicht!
Sie sollten also immer wissen, wie lange hat Ihr Kind geübt, wann hat es geübt und wann hat es sich nur in seinem Zimmer aufgehalten. Dies sollten sie am besten Dokumentieren so dass nach einer bestimmten Frist die Gegebenheiten klar vorliegen und sich jeder daran halten kann, was vereinbart wurde.
Oberstes Gebot ist es, die Vereinbarungen einzuhalten. Das heißt die Sanktionen zu verhängen, aber auch die Belohnungen einzuhalten, sonst ist von dem ganze Vorhaben besser gleich abzuraten, weil Sie dann an Ihrer Glaubwürdigkeit verlieren.

Der Vertragsabschluss

Ein Vertrag sollte immer in Schriftform vorliegen und von beiden Parteien unterschrieben werden. Somit bekommt der Vertrag einen offiziell gültigen Charakter. Der ausgearbeitete Vertrag sollte dann zweimal ausgedruckt werden, wobei ein Exemplar für Sie und eines für Ihr Kind bestimmt ist. Es ist auch möglich die Einigung zu rahmen und an einen Platz zu hängen, wo er immer wieder gesehen wird, so dass alle in der Anfangszeit an das Abkommen erinnert werden.

Das Kleingedruckte

Ein Übevertrag darf auch ruhig ein paar Ausnahmen enthalten. Etwa dass bei Krankheit von der Hausarbeit kein Gebrauch gemacht wird, in den Ferien individuelle Vereinbarungen getroffen werden.
Tipp: Geben Sie bei schulischer Belastung nicht gleich nach. 15 Minuten üben hat auch in der stressigsten Schulaufgabenvorbereitung den wenigsten Schülern geschadet. Nur achten Sie darauf, dass das Belohnungs- und Sanktionsangebot auch durchgeführt werden kann. Sollte Ihr Kind nämlich am Wochenende auf das langersehnte Eishockeyspiel gehen wollen und kann es aber nicht, weil es lernen muss, dann wäre Ihre Belohnung geplatzt. Also würde sich eine Freikarte anbieten oder auch eine Taschengelderhöhung für diese Woche.

Musterverträge

Hier werden in ferner Zukunft Musterverträge zum Download bereitgestellt werden.