// Für Eltern - Markus Thaler - Trompeter & Dirigent

Liebe Eltern!

Ihr Kind hat sich entschieden, ein Musikinstrument zu erlernen. Sicherlich ist Ihnen bewusst, dass auch Sie damit ein gewisses Maß an Verantwortung übernommen haben. Dafür werden Sie aber auch mit vielen unvergesslichen Momenten belohnt werden.
Der Erfolg Ihres Kindes hängt im Wesentlichen davon ab, wie diese zusätzliche Freizeitbeschäftigung zu Hause geschätzt und unterstützt wird.
Findet Ihr Kind dafür im richtigen Maß Beachtung, steht einer positiven Entwicklung des jungen Musikers in verschiedenen Bereichen seiner Persönlichkeit nichts mehr im Wege.
Zahlreiche, von renommierten Instituten durchgeführte Studien belegen, dass sich das aktive Musizieren äußerst günstig auf bestimmte Bereiche wie z. B. Konzentration und insbesondere auf gruppenintegrative Fähigkeiten auswirkt!

Zitat: Stefan Dünser - Trompetenfuchs Band 1

Diesen Ausführungen kann ich mich nur anschließen. Es ist äußerst wichtig, dass der Instrumentalunterricht zu Hause begleitet wird. Jeder Musiker hat in seiner "Karriere" Höhen und Tiefen erlebt und die Motivation zu Üben ist nicht zu jeder Zeit gleich groß, doch die Eltern und die familiäre Umgebung können auf den Musiker einen sehr positiven Einfluss nehmen und so den Fortschritt, sei es durch Motivation aber auch durch Konsequenz steuern. Bitte machen Sie sich eines ganz klar:
Das Jahr hat 365 Tage, was einer Wochenzahl von 52 entspricht. Zieht man die Ferienwochen und Feiertage ab, bleiben etwa 36 Unterrichtseinheiten übrig, was etwa 10% der Jahrestage entspricht. Es ist also wirklich so, dass der Instrumentalist im Unterricht die nötigen Impulse und das erforderliche Wissen vermittelt bekommt, um eine positive Entwicklung auf seinem Instrument zu haben. Jedoch lernt er das Spielen auf dem Instrument zu 90 Prozent daheim. Die Eltern haben hier natürlich den weitaus größeren Einfluss auf den Schüler, als der Instrumentalpädagoge.

Eine günstige Übesituation schaffen

Wie können Sie Ihr Kind optimal beim Üben fördern?
Nun da gibt es eine Reihe an Maßnahmen, die getroffen werden können, um das instrumentale Spielen zu Hause attraktiv zu gestalten.

Der Schüler oder die Schülerin sollten an einem möglichst intimen Ort, wo sie möglichst wenig abgelenkt werden, ihre Übestunden abhalten können. So wäre ein eigenes Übezimmer der geeignetste Ort und die Ideallösung. Ein Raum, in dem kein Telefon steht das klingelt, kein Computer, der nebenher für "Unterhaltung" sorgt und am besten kein Schreibtisch, der an noch nicht erledigte Hausaufgaben der Schule erinnert. Ungünstig sind auch Zimmer, in denen sich Geschwister aufhalten; denn so ist ein konzentrietes "Arbeiten" kaum möglich. Fazit: Es sollten so wenig Fremdeinflüsse wie möglich das tägliche Üben stören.

Das Übezimmer sollte ein Ort sein, den der Musiker gerne besucht. Er sollte warm bzw. geheizt sein, so dass sich das Musizieren nicht als Tortur erweist. Abgesehen davon sollte der Raum hell sein, wenn möglich Tageslicht, aber auch ein gut beleuchteter Kellerraum ist geeignet. Wenn jetzt im Musikzimmer ausreichend Möglichkeit zum Lüften vorhanden ist, dann steht dem angenehmen Üben nichts mehr im Weg.

Günstig ist es, wenn der Schüler sein Instrument offen bzw. aufgebaut in seinem Zimmer stehen lassen kann. Ebenso seinen Notenständer und die benötigten Noten darauf. Dies minimiert die "Arbeit", welche vor dem Üben stattfindet. Darüber hinaus sieht das Kind öfter sein Instrument und wird somit zu Üben eingeladen.

Gemeinsam zum erfolgreichen Üben

Motivationsdurststrecken des Schülers während der Instrumentalausbildung sind völlig normal. Zeitweise sind es nur kleine Motivationsschwankungen, aber manche Kinder fühlen sich auch schnell überfordert. Manchmal liegt es dann an Ihnen, ob Ihr Kind den Unterricht weiter besucht oder nicht. Hier helfen dann nur vier Dinge: Einfühlungsvermögen, Konsequenz bzw. etwas Strenge, Kommunikation und Geduld. So lassen sich die kleinen Probleme am besten beseitigen.

Wieviel sollte der Schüler überhaupt üben?
Im ersten Halbjahr etwa 20 min. im zweiten Halbjahr sind etwa 30 min. empfehlenswert und ab dem zweiten Jahr sollten mindestens 30 min. täglich auf dem Instrument absolviert werden.

Wie können Sie konkret vorgehen, wenn Ihr Kind nicht üben möchte?

Im ersten Schritt sollten Sie mit mir oder dem Instrumentalpädagogen Kontakt aufnehmen, sodass zumindest alle Beteiligten auf dem gleichen Wissenstand sind. Denn manchmal teilen sich die Schüler zu Hause nicht mit, wenn es einen Vorfall im Unterricht gegeben hatt, der vielleicht zu einem Missverständnis geführt hat. Auch eine notwendige Rüge des Pädagogen kann schnell falsch aufgefasst werden und zu Unlust beim Üben führen. Diese Vorfälle sind meist schnell aus der Welt geschafft und können oftmals mit einem kurzen Telefonat besprochen werden.
Sollte es externe Gründe für die Motivationsstagnation geben, bitte ich Sie, mir auch diese mitzuteilen. Das könnte beispielsweise eine Trennung der Eltern, Schulprobleme, Probleme im Freundeskreis, Tod eines nahen Angehörigen sein, aber auch ein bevorstehender Umzug können ein Kind belasten.

Darüber hinaus können Sie "Übeverträge" mit Ihrem Kind abschließen, welche die Übesituation regeln sollen. Sie bezahlen schließlich Geld dafür, um Ihrem Kind die Instrumentalausbildung zu ermöglichen. Erinnern Sie Ihr Kind an seine freiwillig gewählte Pfllicht des täglichen Übens.